| Stadtredaktion |
15. April 2003 |
Liebling der Lechlers: der Stein der tausend Lichter
Vor 25 Jahren eröffnete Goldschmied Dieter Lechler sein
Atelier für kreatives Schmuckdesign, aus dem ein Familienbetrieb
wurde
VON UNSERER MITARBEITERIN MARTINA MAINKA
FREIBURG. Als 1978 Demonstranten und Polizisten das Bild der
Kaiser-Joseph-Straße prägten, eröffnete Dieter
Lechler unter den Arkaden der Schwarzwaldcity in der Schiffstraße
sein Meisteratelier für kreatives Schmuckdesign "Schwarzwaldmine".
In diesen Tagen nun feiert die Goldschmiedewerkstatt Lechler
ihr 25-jähriges Bestehen.
Geprägt wurde Lechlers Arbeit zum einen durch eine Lehre
als Juwelen-Goldschmied, zum anderen von seinem Studium an der
damaligen Kunst- und Werkschule in Pforzheim bei Professor Reinhold
Reiling, der in Fachkreisen als weltweit anerkannter Wegbereiter
moderner Schmuckgestaltung gilt. "Für mich war es
damals eine Zeit des Aufbruchs, eine Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten.
Schmuckdesign hat mit Art Deco aufgehört; in der Zeit des
Wirtschaftswunders zeichnete der Schmuck sich hauptsächlich
durch seine Protzigkeit aus", erinnert sich Dieter Lechler.
Der Wunsch, etwas Neues zu machen, war groß, und die
entwickelten Kreationen brauchten fast zwei Generationen, um
sich durchzusetzen. Heute steht der Name Lechler für modernes
und trotzdem zeitloses Schmuckdesign, durchaus vom Bauhaus geprägt.
Inzwischen ist aus der Goldschmiede ein Familienbetrieb geworden:
Die Söhne Stefan, seit 1995 Meister, und Thomas, Goldschmiedegeselle,
arbeiten im väterlichen Betrieb mit. Aus diesem Grund wurde
auch der Firmennamen "Schwarzwaldmine" im Jahre 2000
in "Lechlers Goldschmiede" geändert. Auf die
Frage nach den Tops und Flops in den vergangenen 25 Jahren muss
Dieter Lechler eine Weile in seinem Gedächtnis forschen,
bevor er antwortet: "Zeit zum Nachdenken blieb keine, gearbeitet
habe ich mehr oder weniger Tag und Nacht. Es war eine kontinuierliche
Entwicklung. Die ersten Jahre waren nicht einfach, wie immer,
wenn man mit Produkten an den Markt geht, die nicht üblich
sind." Das Lieblingskind der Lechlers sind übrigens
der Opal, auch "Stein der tausend Lichter" genannt,
ein amorphes, nicht kristallisiertes Mineral. Eine Opal-Ausstellung
wird vom Sommer bis zum Herbst zu sehen sein, ebenso wie ältere
und jüngere Meisterstücke im Jubiläumsjahr ausgestellt
werden.
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